Genanalysen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Administrator   
07.08.2007
Wie wird die Untersuchung durchgeführt?

Die Anamnese

Vor der Durchführung der Genanalyse wird sich der Arzt zu einem ausführlichen Gespräch (Anamnese) mit Ihnen zusammensetzen und einen Fragebogen mit Ihnen ausfüllen. Dabei wird er Sie nach Ihren Erkrankungen fragen und nach Erkrankungen, die bisher in Ihrer Familie vorgekommen sind. Er wird mit Ihnen ausführlich die Möglichkeiten und Grenzen der Genanalyse und die Kosten besprechen.

Wichtig ist der Datenschutz. Sie haben die Möglichkeit, dass die Abnahme anonymisiert erfolgt. Dabei werde Sie nur unter der Nummer geführt, die auf dem Abnahmeset steht. Auch das Genlabor erfährt nur diese Nummer und die Anamnese, nicht aber Ihren Namen. Dadurch sind Ihre Daten vor dem Zugriff Dritter geschützt. Manche Ärzte lassen die Daten in ihrem Institut erheben; die Daten werden dann nicht in der Praxis archiviert.

Sie müssen schriftlich Ihr Einverständnis zur Genanalyse erteilen. Der Arzt versichert dem Genlabor gegenüber, dass Ihr Einverständnis zur Genanalyse vorliegt. Nur dann darf das Genlabor Ihre Gene untersuchen. Die Daten unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht.

Es gibt die Möglichkeit durch eine Blutabnahme eine genetische Analyse vorzunehmen. Dabei werden Zellkerne aus den weißen Blutkörperchen untersucht. Sehr einfach und ohne Piecks geht alternativ ein Abstrich von der Mundschleimhaut. Sie dürfen eine Stunde vorher nichts gegessen und außer Wasser nichts getrunken haben. Weitere Voraussetzungen gibt es nicht. Diese Abnahme ist völlig schmerzlos und geht ganz schnell.

Entnahme der Speichelprobe

Die Genanalyse ist nur ein Teil der Informationen, die der Arzt braucht, um die individuellen Risiken richtig einschätzen zu können. Vor der abschließenden Beratung sollten je nach Risiko noch folgende ärztliche Untersuchungen erfolgen:

Körperliche Untersuchung, je nach Alter in unterschiedlichem Umfang.

Bestimmung des Bodymaßindex (BMI), dazu wird das Gewicht durch das Quadrat der Körpergröße in m geteilt (z.B. 80 Kg /1,80 m = BMI von 24,7). Idealer Weise sollte der BMI nicht über 25 liegen.

Blutdruckmessung, Ruhe-EKG, Belastungs-EKG, Ultraschall von Leber, Niere, Prostata, Mammographie, Messung der Gefäßwanddicke um die Arteriosklerose festzustellen, Urinkontrolle, Stuhl auf verstecktes Blut untersuchen, Darmspiegelung

Folgende Laboruntersuchungen sollten durchgeführt werden:

  • CRP (ein Entzündungsmarker), Homocystein und Lipoprotein a, die Blutfette HDL- Cholesterin (das „gute“) und LDL – Cholesterin (das „schlechte“) und die Triglyceride sind hilfreich, um das Arterioskleroserisiko einzuschätzen
  • mit TSH, FT3 und FT4 kann man die Arbeit der Schilddrüse beurteilen
  • mit dem Nüchtern - Blutzucker Wert und dem HBA1c Wert kann man Ihren Blutzucker überprüfen
  • ein Blutbild, Leber - und Nierenwerte ergänzen sinnvoller Weise die Untersuchung. 

Je nach Grunderkrankung sind allerdings weitere Werte, wie zum Beispiel die weiblichen und die männlichen Hormone wichtig.

Viele dieser Untersuchungen sind Teil Ihrer Vorsorge, die abhängig von Ihrem Alter von den Krankenkassen übernommen werden. Ihr Arzt wird Sie entsprechend beraten.

Das Ergebnis

Es dauert zwischen 4 und 6 Wochen, bis das Ergebnis der Genanalyse vorliegt. Ihr Arzt braucht dann noch einige Stunden je nach Umfang der Untersuchung, um alle vorhandenen Befunde in einem Risikoprofil zusammenzufassen. Daraus erarbeitet er für Sie eine individuelle Vorsorge und einen Vorschlag zu einer für Sie optimalen Lebensweise. Im Regelfall erhalten Sie neben der Originalanalyse (je nach Test, den Sie machen lassen zwischen 5 und 60 Seiten lang) eine mehrseitige gut zu verstehende Ausarbeitung Ihres Arztes zu Ihren Risiken verbunden mit einer entsprechenden Empfehlung, was Sie idealer Weise für Ihre Gesundheit tun sollten.

Letzte Aktualisierung ( 06.10.2008 )
 
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